Hauptwinde

Nordwind: Pelér oder Vento (morgens)
Von Juni bis September weht er äußerst zuverlässig und gleichmäßig aus nördlicher Richtung. Er entsteht bei kalten Nächten in den Bergen, von wo die abgekühlte Luft in die Po-Ebene abfließt. Er beginnt in der zweiten Nachthälfte auf dem nördlichen Teil des Sees, bei Sonnenaufgang bläst er dann bis in den Süden.
Charakteristisch für den Pelér sind drei große Wellen, denen mehrere kleine folgen. Südlich von Torri und bei Toscolano treten die höchsten Wellen auf. Diese sind für Kiter zum Springen ideal – besonders die zweite Welle, die höchste der großen Wellen. Sobald die Sonne das Wasser am Westufer erwärmt, nimmt der Pelér an Stärke zu. Im hiesigen Jargon heißt es, dass dieser Wind die Wellen „knackt“ (pelare). Daher kommt sein gebräuchlicher Name „Pelér“.
Der Pelér bläst bis zu 12 Stunden lang bis etwa 10 Uhr. Wird er durch den Nordföhn verstärkt, hält er manchmal bis 15 Uhr an und ist stärker als die üblichen 15 – 22 Knoten. Sehr starker Pelér wirkt auf das Wasser aufwühlend, so dass untere, kältere Schichten an die Oberfläche gelangen. Dann wird der Gardasee nicht mehr ausreichend aufgewärmt, wodurch die Óra bzw. der Südwind nicht entstehen kann.
Dann ist das Wasser am späten Nachmittag spiegelglatt und es setzen vor allem in Ufernähe von Brenzone, Malcesine und Navene starke Strömungen ein. Am frühen Abend setzt dann wieder Nordwind ein.
Südwind: Ora (mittags)

Die Ora ist der berühmteste Wind des oberen Gardasees und weht zuverlässig im Frühling, Sommer und Herbst nach abflauendem Pelér von ca. 13 Uhr bis Sonnenuntergang. Sie ist ein thermischer Wind und entsteht, wenn die von der Sonne aufgeheizte Luft im Norden des Gardasees nach oben steigt und ein Vakuum entsteht. Dadurch werden Luftmassen aus der Po-Ebene mit hoher Geschwindigkeit angesaugt – die Ora.

Ihre Windstärken sind an den einzelnen Seeorten sehr unterschiedlich:
Brenzone: 1-2 bft
Campione: 3-5 bft
Malcesine: 2-4 bft
Torbole: 4-5 (Kiten nicht erlaubt)
Extremer Nordwind: Bali
Er kommt vom Ballinopass, im Nord-Westen von Riva durch das Tal. Von dort weht er weiter über den See und wird von den Bergen bei Navene auf die Seemitte zurückgeworfen. Der Bali wird meist durch starke Schneefälle in den Bergen oder nach starker Abkühlung durch Gewitter oder längerer Regenzeit hervorgerufen. Er weht in der gleichen Zone wie der Pelér. Mit Geschwindigkeiten zwischen 5 und 8 BF und ist deutlich stärker als der Péler und verursacht höhere Wellen. Manchmal kann er 2-3 Tage andauern.
Gefährlich wird es, wenn er erst am späten Nachmittag einsetzt und nach Sonnenuntergang 2 Windstärken zulegt. Im Norden des Sees ist der Bali ablandig und vom Ufer aus fast nicht zu erkennen, er setzt erst weit draußen ein.
Achtung: An diesen Tagen passieren die meisten Unfälle. Deshalb Vorsicht! Kiten nur noch für absolut fortgeschrittene Kiter möglich.

Klimatabelle Gardasee